Scambi ist eines dieser italienischen Worte, das wir zwar profan übersetzen können – nämlich mit „Austausch“ –, das man aber eigentlich fühlen muss. In großen roten Buchstaben ziert es das mittlere der fünf exklusiven Farbskizzen, die Ampeleia-Designerin Francesca Ballarini extra für das HAMBURG IM SÜDEN angefertigt hat. Das Bild zeigt drei Weingläser, denen Denk- oder Sprechblasen entsteigen, die sich zu einem organischen Ganzen verbinden.

Schon beim ersten Blick darauf wird klar: Die wahre Bedeutung der Ballarini-Interpretation von „Austausch“ erkennen wir beim zweiten oder dritten Glas Wein und zwischen vielen kleinen Tapas-Portionen in der Abendsonne auf der Terrasse des HAMBURG IM SÜDEN. Der Name könnte passender nicht gewählt sein. In den Elbarkaden trifft Norddeutschland auf das Beste von jenseits des Äquators. Die offene Küche gegenüber den Farb-Skizzen dominiert den lichtdurchfluteten Raum mit den legeren hellen Holzmöbeln und Dekorationselementen. In der Glasvitrine präsentieren sich die mediterranen Tapas – von den Klassikern Tortilla und Pimientos de Padrón bis zu ausgefallenen Häppchen wie Oktopus-Pinchito – das sind kleine Spieße – mit schwarzer Zitronenmayonnaise. Allein ein Blick auf die Schinken- und Wurstspezialitäten aus der Charcuterie lässt einem das Wasser im Munde zusammenlaufen: 12 Monate gereifter Prosciutto di San Daniele, Jamon Iberico von 24 bis 36 Monaten Reifezeit, pikante Chorizo … Und „mediterran“ bezieht explizit den Orient ein: Hummus, Taboulé und ein exotisch gewürzter Rote-Linsen-Mango-Salat bringen MarrakeschFeeling an die Elbe. Fast überflüssig zu erwähnen, dass die Karte eine große Weinauswahl aus dem hauseigenen Import umfasst. Für die Küche hört der Süden aber auch noch nicht in Afrika auf: Sie zaubert zudem Ceviche und – Tapas-Bar-untypisch – Tatar-Spezialitäten. Letzteres gibt es vom Husumer Rinderfilet, Lammrücken, Kalbsfilet und Thunfisch. Auf Wunsch auch kurz angebraten, und mit Marinade nach Wahl: klassisch mit Ei, Senf, Cognac, Sardellen, Kapern, Cayenne, Cornichons und Schalotten, mediterran mit Tomate, Kapern, Olive, Basilikum oder orientalisch mit Ras el Hanout, Staudensellerie und gerösteten Erdnüssen. Und wer dann noch Platz für ein Dessert hat, bestellt ein Zimt-Nata oder ein Stück italienische Stachelbeertorte. Im Weinregal am Ausgang treffen wir noch einmal auf Francesca Ballarini: auf dem Etikett der hochgelobten roten Ampeleia-Cuvée „Un litro“, die im Sommer am besten leicht gekühlt getrunken wird. Zum Glück gibt es die HAMBURG IM SÜDEN Weine auch zum Mitnehmen – für diese Scambi-Abende, an denen es draußen längst dunkel ist, die Sonne aber irgendwie immer noch weiterscheint.